Erstkontakt und Vertrag
In den meisten Fällen geschieht bei mir eine erste Kontaktaufnahme entweder durch eine Anfrage von der Tagesmütterzentrale Neu-Isenburg, dem Familienservice- der AWO Frankfurt, dem Jugendamt Kreis Offenbach oder Privat durch eine E-Mail über meine Internetseite. Schon bei dem ersten Telefongespräch (oder E-Mailanfrage) werden von mir wichtige Fragen gestellt, damit schon im Vorfeld geklärt werden kann ob überhaupt die angefragte Betreuung bei den Zeppelin´is in Frage kommt.
Meine Kriterien, wonach ich Eltern und das Kind aussuche, sind:
- Gegenseitige Sympathie
- Eltern, die ihr Kind ausschließlich in der Kindertagespflege betreut haben möchten und keine Zwischenlösung für einen gebuchten Krippenplatz suchen, oder auf der Warteliste stehen!
- In etwa gleicher Erziehungsstil, der Umgang mit ihrem Kind
- Zu meinen Öffnungszeiten passende und regelmäßige Betreuungszeit Anfragen
- Ich bevorzuge Eltern, die eine Ganztagsbetreuung mit entweder 26 Std./Wo an vier Tagen von montags bis donnerstags von 8.30 bis 15.00 Uhr (maximal 15.30), benötigen.
- Ob das Kind zur bestehenden Gruppe passt (Gruppengröße, Alter, Anspruch und Mehraufwand bei z.B. Allergien oder Essgewohnheiten, Krankheit oder Behinderung des Kind)
- Bevorzugung von Familien aus meiner Gemeinde, um unseren U3-Betreuungsbedarf als Erstes abzudecken
- Familien, die in Krankheits- oder Urlaubszeit Rückhalt durch Verwandte für eine eventuelle Notbetreuung haben (falls Sie die Vertretungsbetreuung meiner Kollegin nicht in Anspruch nehmen möchten, oder diese Ihr Kind aufgrund ihrer Gruppengröße nicht aufnehmen kann),
- Einen Umgang, der von gegenseitigem Respekt, Anstand und Akzeptanz zeugt.
Ist dies geklärt, lade ich Sie mit ihrem Kind erst einmal zu einem „Schnuppern“ bei uns Zeppelin´is ein. Bei einem „Schnuppern“ verhält sich der Elternteil ruhig, es werden keine Dinge über eine eventuelle zukünftige Betreuung besprochen. Sinn und Zweck ist es, dass Sie die Möglichkeit haben einmal einen ganz normalen Tagesablauf-, und mich mit den Tageskindern, mitzuerleben.
Wenn wir uns über eine Zusammenarbeit einig sind, wird von mir ein Betreuungsvertrag fertig gestellt in dem alle wichtigen Punkte enthalten sind, wie:
- Name, Geburtstagsdatum, Anschrift, wichtige Telefonnummern, E-Mailadressen, Betreuungsumfang, Namen der abholberechtigten Personen, Krankheitsregelungen der Tagespflegeperson und des Tageskindes, Betreuungskosten, Versicherungen, Kündigungsfristen, Schweigepflicht, Sondervereinbarungen, und Informationen über die Eingewöhnung. Außerdem beinhaltet der Vertrag die Vollmachten für eventuell notwendige Arztbesuche und Medikamentenvergabe.
Für die Vertragsbesprechung/den Vertragsabschluss, sollte ein ungestörter Ort gewählt werden, damit wir Vertragspartner uns konzentrieren können. Eigentlich schlage ich hierfür einen Termin nach Feierabend, ohne Ihr Kind bei mir zu Hause vor - aber wenn kein Babysitter organisiert werden kann, besuche ich Sie auch gerne an einem Wochenende am frühen Abend bei Ihnen zu Hause. Der Vorteil hierbei ist, dass ich die Gelegenheit habe das Umfeld Ihres Kindes etwas kennen zu lernen. Auf keinen Fall werden vertragliche Verhandlungen während meiner Betreuungszeit besprochen (auch nicht telefonisch) oder beschlossen!
Wichtig ist auch, dass ich ohne Betreuungsvertrag keine Eingewöhnung beginne! Im Vorfeld muss auch abgeklärt sein, ob eine Eingewöhnungs- und Betreuungskostenübernahme in Kindertagespflege seitens des Kreises Offenbach, Magistrat Neu-Isenburg oder sonstigen Institutionen besteht, oder ob Sie das Betreuungshonorar Privat begleichen. Sie bekommen nach Vertragsabschluss von mir einen Eingewöhnungsplan, einen Merkzettel, den aktuellen Speise-Wochenplan, einen Monatsplan (was wir machen) und auch die Urlaubsbekanntgabe für das aktuelle oder kommende Jahr, überreicht.
Eingewöhnung
Wenn der Vertrag abgeschlossen ist, kann es mit der Eingewöhnungsphase Ihres Kindes beginnen. Mein Eingewöhnungsplan ist ganz auf meinen Tagespflegealltag, mit den weiteren Tageskindern, und dem neuen Tageskind mit seinen Eltern, abgestimmt und erarbeitet! Bei der Eingewöhnung lehne ich mich dem Berliner Eingewöhnungsmodell an, jedoch in leichter Abänderung, da ich den ersten Tren-nungsversuch für U3-Kinder nach diesem Modell (am vierten Tag schon) zu „verfrüht“ halte.
Dies ist mein Eingewöhnungskonzept:
- Kontaktaufnahme
Nach Ihrer Bewerbung auf einen Platz bei den Zeppelin´is lade ich Sie mit Ihrem Kind zum „schnuppern“ ein. Wir lernen uns dabei kennen und Sie haben die Gelegenheit in unseren Betreuungsalltag reinzuschauen. Sind wir uns einig und haben wir alles geklärt, kommt es zum Vertragsabschluss. Jedoch bevor die Eingewöhnungsgrundphase beginnt, besuche ich nach Feierabend die Familie auf einen kleinen Sprung zu Hause und treffe mich außerdem mit Ihnen und Ihrem Kind an einem neutralem Ort. Dies kann ein Kinderturnen, beim einkaufen, im Park oder auf einem Spielplatz sein. Ich stürze mich in dieser Zeit nicht auf Ihr Kind, sondern lasse ihn Zeit sich meiner Stimme, mein Gesicht und meiner Person vertraut zu werden. Ich bin dann einfach nur zwanglos „anwesend“ und kann mich mit Ihnen währenddessen locker unterhalten.
- Drei Tage Grundphase
Sie kommen mit Ihrem Kind die ersten drei Tage immer 1 Stunde zur gleichen Zeit. Da Ihr Kind mich schon dreimal gesehen hat, fällt es ihn nun leichter sich auf die neue Umgebung und die anderen Tageskinder zu konzentrieren. Ich beobachte ihr Kind, zarte Kontaktaufnahme aber kein Trennungsversuch. Ihr Kind hat die volle Aufmerksamkeit von Ihnen, Sie verhalten sich mir und den anderen Tageskindern eher passiv.
- Ab den vierten Tag wird die Zeit verlängert
Nun kommen Sie mit Ihrem Kind 2 Stunden am Tag, mal in der Frühstücks-, dann auch zur Mittagsessenszeit. Ich gehe nun auf ihr Kind zu und versuche es im Geschehen mit einzubeziehen. Sie bleiben dabei, können sich aber nun etwas im Hintergrund aufhalten – bleiben aber im Raum. Es wird noch kein Trennungsversuch unternommen und wir (mit Tageskinder) besuchen in dieser Zeit auch mal Ihr Kind zu Hause oder machen gemeinsam eine Unternehmung.
- Achter Tag Trennungsversuch
Ihr Kind kommt jetzt an einem ganzen Vormittag und nimmt am Betreuungsalltag mit all unseren Vorhaben (Monatsplan) teil. Nun ist Ihrem Kind die neue Umgebung vertraut, es kennt jetzt mich und die anderen Kinder. Ihr Kind lässt sich von mir wickeln, anziehen und füttern. Wir starten den ersten Trennungsversuch, Sie gehen in einem anderen Raum, bleiben aber in der Wohnung. Je nachdem wie sich Ihr Kind verhält, wird nun die weitere Eingewöhnungszeit geplant.
- Stabilisierungsphase
Ihr Kind hat sich nun an uns, an die Umgebung, und unseren Vormittagsablauf mit allen Essenszeiten gewöhnt. Ich habe die Versorgung Ihres Kindes komplett übernommen. Sie dürfen sich nun nach Verabschiedung Ihres Kindes aus der Wohnung entfernen, erst eine Stunde, dann wird die Zeit mit jedem Tag gesteigert. Wenn Ihr Kind damit kein Problem hat und sich auch von mir trösten lässt, kann es schon zum Mittagsschlaf eingewöhnt werden. Hat Ihr Kind aber noch Lösungsprobleme, wird die Stabilisierungs- und Trennungszeit noch etwas verlängert.
- Mittagsschlafeingewöhnung
Wenn Sie längere Betreuungszeiten gebucht haben, wird ihr Kind auch in die Mittagsschlafzeit eingewöhnt. Ihr Kind schaut erst zu, wie ich die anderen Kinder Bettfertig mache und hinlege, dabei auch meine Einschlafrituale mit jedem Kind vollziehe, wie „Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist das Mondgesicht (mit dem Finger ganz zart auf das Kindergesicht zeichnen, die Kinder lieben das und entspannen dabei)! Oder ich singe leise für alle Kinder Schlaflieder und ziehe danach die Spieluhr auf. Wenn Ihr Kind zum Mittagschlaf eingewöhnt wird müssen Sie in der Nähe bleiben und über Handy erreichbar sein (das müssen sie eigentlich immer sein). Kinder, die am Anfang noch Probleme haben im neuen Bettchen zu schlafen, oder überhaupt einzuschlafen weil sie aufgeregt sind, lege ich am Anfang in einem Buggy und stelle diesen zu mir vor die Küche. Durch die klappernden Geräusche wenn ich aufräume, das leise brummen der Spülmaschine, und die Beruhigung dass ich einfach da bin, wird es einschlafen. Wenn es tief schläft bette ich es ins Reisebettchen um - wenn nicht, lasse ich es die ersten ca. 5 Tage weich gebettet im Buggy schlafen bis es sich an alle Rituale und das ins „Bettbringen“ aller Kinder zusammen, gewöhnt hat.
- Schlussphase
Sie halten sich nun nicht mehr in der Einrichtung auf, sind aber jederzeit erreichbar. Die Einge-wöhnung ist dann beendet, wenn sich Ihr Kind schnell von mir trösten lässt, sich ohne Probleme zum Mittagschlaf hinlegen lässt, mich als zusätzliche Bindungsperson voll akzeptiert hat, mir vertraut, sich wohlfühlt und in guter Stimmung spielt.


Anmerkung zur Eingewöhnungsphase:
- Bitte melden Sie sich rechtzeitig bei mir, damit ich Ihrem Kind die Eingewöhnungszeit zukommen lassen kann, die es benötigt!
- Ohne einen Vertragsabschluss beginne ich keine Eingewöhnung!
- Laut meinem Eingewöhnungskonzept besuche ich erst ohne meine übrigen Tageskinder- dann mit, Ihr Kind zu Hause. Ich hoffe, Sie sind damit einverstanden, denn ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht!
- Es ist sehr wichtig, dass Sie sich beim verlassen der Wohnung immer von Ihrem Kind verabschieden!
- Bringen Sie für Ihr Kind ein Kuscheltier für den Mittagschlaf oder eine Schmusedecke mit!
- Über ein paar Fotos würde ich mich freuen: Ich habe ein kleines Fotoalbum, indem Fotos von allen Tageskinder-Familien mit entweder Mama und Papa, die Oma und der Opa, Haustiere, Lieblingsspielzeug, sein Bettchen oder die Wohnung, drauf sind. Wenn die Tageskinder gemeinsam das Fotoalbum anschauen, sind sie hellauf begeistert und erzählen wer und was dort auf dem Foto ist. Schon die Kleinsten sind ganz aufgeregt, wenn sie Mama, Papa, die Oma oder der Opa usw. im Album entdecken! Ich möchte damit auch die „Kommunikation“ zwischen mir und unter den Kindern fördern. Auch hier habe ich gute Erfahrungen und lustige Beobachtungen gemacht!
- Geben Sie mir Ihr Kind nur in Betreuung, wenn Sie Vertrauen zu mir haben und Sie sich mit dem Gedanken Ihr Kind in Fremdbetreuung zu geben, angefreundet haben – dem positiv entgegen stehen. Wenn Sie das nämlich nicht sind, wird es Ihr Kind spüren und die Eingewöhnung fällt schwerer aus, bzw. Ihr Kind wird sich dann nur schwer von Ihnen lösen können.
- Während Eingewöhnungsphasen finden keine Schnupper- oder sonstige Termine statt!
Mit Säuglingen ist nach meiner jahrelangen Erfahrung die Eingewöhnung um einiges leichter. Es werden bei der Begrüßung kleine Rituale durchgeführt, an die sich das Baby dann wieder erinnert und sich somit bald vertraut und geborgen fühlt. Außerdem gebe ich den Eltern vor der Eingewöhnung ein von mir benutztes Kopfkissen mit, damit das Baby meinen Geruch kennt.
In den meisten Fällen dauert bei mir eine Eingewöhnungsphase von 3 bis 5 Wochen, bis das Kind bei mir richtig angekommen- und sich Zuhause fühlt, die Tagespflegegeschwister besser kennt, und sich entspannt in den Mittagschlaf legen lässt.



Vorbereitung auf den Kindergarten und Entwöhnung
Bevor das Kind in den Kindergarten kommt habe ich die Möglichkeit im Zeppelinheimer Kindergarten Schnupperbesuche zu organisieren. Dies sind kurze Besuche, da außer dem zukünftigen Kindergartenkind noch meine restlichen kleineren Tageskinder dabei sind. Wir schauen uns dann in den Räumen um, damit das zukünftige Kindergartenkind einen Eindruck von der Kindergarten-Atmosphäre bekommt. Außerdem bereite ich das Kind mit diesen Büchern vor: „Im Kindergarten“ von Christiane Wittenburg und Ulla Bartl, „Wir gehen in den Kindergarten“ von Anne-Marie Frisque, „Das Mädchen, das nicht in den Kindergarten wollte“ von Siv Widerberg, „Ben und Lena im Kindergarten“ von Mirjam Pressler und Dagmar Geisler.

Über den bevorstehenden Abschied des Kindes rede ich nur positiv mit ihm, damit das Kind nicht traurig oder ängstlich wird und sich auf sein bevorstehendes Kindergartenleben freut! Am letzten Betreuungstag feiern wir eine kleine Abschiedsfeier und das gehende Kind bekommt ein Abschiedsgeschenk von mir. Als Entwöhnung besuche ich das Kind zu Hause, wenn es sich nach einiger Zeit im Kindergarten und im neuen Alltag eingewöhnt hat. In meiner Vergangenheit waren dies immer sehr schöne Besuche, denn das Kind freut sich mich wieder zu sehen und erzählt mir aufgeregt von seinem neuen Leben im Kindergarten.
Wenn ein Kind für immer aus der Gruppe ausscheidet ist es für die Tagespflegegeschwister ebenso wichtig sie vorzubereiten. Immerhin verlieren sie einen Freund und Spielkameraden, mit dem sie auf längere Zeit zusammen waren. Schön ist es dann immer, wenn Eltern einen kleinen Brief an die Zeppelin´is und mich- mit einem Foto vom Kindergartenkind, schreiben. In manchen Fällen war es auch so, dass Tagespflegeeltern mit ihren Kindern weiterhin im Kontakt blieben und sich gegenseitig besuchten.
Wie ich selber mit dem Abschied eines Kindes umgehe? Natürlich bin ich traurig, in den ersten Betreuungsjahren meiner Laufbahn habe ich auch oft geweint….aber mittlerweile kann ich gut und professionell damit umgehen, wenn ein Kind für immer geht! Ich muss es auch, denn sonst wäre es schwierig für mich als Tagespflegeperson zu arbeiten: der bewusst sein muss, dass sie die Kinder nur eine kleine Weile in ihrem Leben begleitet! Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass es mir nicht möglich ist aus zeitlichen, privaten und auch beruflichen Gründen, weiteren privaten Kontakt zu den Ex-Familien zu halten!